Für wen und wann sich das Vorhaben lohnt
Das Vorhaben richtet sich an Häuser mit Netzanschluss, die einen Teil des selbst erzeugten Stroms selbst nutzen und den Rest einspeisen möchten.
Es lohnt sich umso mehr, je mehr Verbrauch tagsüber stattfindet oder dorthin verlagert werden kann: Warmwasser, Waschmaschine, Laden eines Elektroautos. Ein stundengenaues Verbrauchsprofil ist die Grundlage jeder seriösen Auslegung.
Fragen, die Sie klären sollten
- Zu welchen Uhrzeiten verbrauchen Sie Strom? Solarstrom entsteht tagsüber. Ein Verbrauchsprofil (Smart Meter, Strommessgerät) zeigt, welchen Anteil Sie direkt nutzen können.
- Wo können die Module montiert werden? Ausrichtung, Neigung, Verschattung durch Schornstein, Bäume oder Nachbargebäude sowie Zustand und Art der Dacheindeckung bestimmen Ertrag und Montage.
- Ist ein Speicher von Anfang an sinnvoll? Er verschiebt einen Teil des Solarstroms in den Abend. Entscheidend ist Ihr Verbrauchsprofil; prüfen Sie, ob der geplante Wechselrichter einen späteren Speicher zulässt.
- Einphasiger oder dreiphasiger Anschluss? Die Anschlussart des Hauses beeinflusst die Wahl des Wechselrichters und weiterer Geräte wie Speicher oder Wallbox.
- Wer montiert, wer meldet an? Montage, Schutzeinrichtungen und Anmeldungen bei Netzbetreiber und Marktstammdatenregister werden vor der Bestellung geklärt.
Die Ausrüstung, Funktion für Funktion
| Funktion | Stufe | Wofür | Was Sie prüfen sollten |
|---|---|---|---|
| Erzeugen | Notwendig | Photovoltaikmodule wandeln Sonnenlicht in Gleichstrom um. | Nennleistung, Maße und Gewicht im Verhältnis zum Dach, Produkt- und Leistungsgarantie, elektrische Verträglichkeit mit dem Wechselrichter. |
| Umwandeln | Notwendig | Der Wechselrichter wandelt Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom um; ein Hybridwechselrichter steuert zusätzlich einen Speicher. | Eingangsspannungsbereich, Zahl der MPP-Tracker, ein- oder dreiphasig, Eignung für den Netzanschluss, Speichermanagement. |
| Verschattung begrenzen | Optional | Leistungsoptimierer oder Mikrowechselrichter verringern den Einfluss eines verschatteten Moduls auf die anderen. | Verträglichkeit mit dem geplanten Wechselrichter; nur sinnvoll, wenn Teilverschattung unvermeidbar ist. |
| Montieren | Notwendig | Das Montagesystem hält die Module auf der Dacheindeckung oder am Boden. | Passend zur Eindeckung, Wind- und Schneelasten am Standort, Montageanleitung des Herstellers. |
| Schützen | Notwendig | Trenn- und Schutzeinrichtungen auf der Gleich- und Wechselstromseite, Überspannungsschutz nach Planung, Erdung. | Auswahl und Auslegung durch den Fachbetrieb nach den geltenden Regeln. |
| Speichern | Optional | Ein Batteriespeicher hebt einen Teil des Tagesertrags für den Abend auf. | Nutzbare Kapazität, Lade- und Entladeleistung, vom Wechselrichterhersteller freigegebene Kombination. |
| Messen und steuern | Optional | Zähler oder Messgateway, Ertragsüberwachung, Steuerung von Verbrauchern wie der Warmwasserbereitung. | Was der Wechselrichter selbst misst und was einen zusätzlichen Zähler erfordert. |
Rahmenbedingungen und Regeln
Marktstammdatenregister
Neue Anlagen zur Stromerzeugung und Stromspeicher werden innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen; die Eintragung erfolgt online. [1] [2]
Netzbetreiber und Installationsbetrieb
Arbeiten an der elektrischen Anlage hinter der Hausanschlusssicherung führt der Netzbetreiber oder ein in ein Installateurverzeichnis eingetragenes Unternehmen aus; die Anlage wird beim Netzbetreiber angemeldet. [3]
Planung und Genehmigung
Ob eine Baugenehmigung nötig ist, regelt das Landesrecht; bei Denkmalschutz oder Vorgaben eines Bebauungsplans fragen Sie bei der Gemeinde nach. Die Verbraucherzentrale beschreibt die Planungsschritte einer Solaranlage. [4]
Die Schritte in der richtigen Reihenfolge
- Den Stromverbrauch mehrere Wochen lang stundengenau erfassen.
- Das Dach prüfen lassen (Ausrichtung, Verschattung, Statik) und eine begründete Ertragsprognose einholen.
- Mit Speicher oder ohne entscheiden und die Ausbaufähigkeit des Wechselrichters prüfen.
- Angebote auf derselben Funktionsliste vergleichen.
- Montage durch einen eingetragenen Fachbetrieb, Anmeldung beim Netzbetreiber.
- Innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister eintragen.
Meine Projektliste
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Häufige Fragen
Braucht jede Anlage einen Speicher?
Nein. Ohne Speicher wird der Solarstrom tagsüber direkt genutzt. Über einen Speicher entscheiden der Abendverbrauch und die Frage, ob der Wechselrichter ihn später aufnehmen kann.
Liefert die Anlage bei einem Stromausfall Strom?
Eine Standardanlage schaltet bei Netzausfall ab. Nur Anlagen mit Notstrom- oder Ersatzstromfunktion versorgen weiter ausgewählte Stromkreise: siehe unsere Seite zur Notstromversorgung.
Welches Budget ist nötig?
Das nennen wir nicht: Die Kosten hängen von Leistung, Dach, Ausrüstung und Montage ab. Vergleichen Sie detaillierte Angebote auf derselben Funktionsliste.
Quellen
- Verbraucherzentrale — Marktstammdatenregister: Das müssen Sie bei Solaranlage und Co. wissen
- Bundesnetzagentur — Marktstammdatenregister (MaStR)
- Niederspannungsanschlussverordnung (NAV), § 13 — Elektrische Anlage
- Verbraucherzentrale — Photovoltaik: Was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist
Annahmen dieser Seite
- Einfamilienhaus in Deutschland mit Anschluss an das öffentliche Niederspannungsnetz; private Anlage.
- Verfahren und Vergütungssätze ändern sich: Prüfen Sie die genannten Quellen zum Zeitpunkt Ihres Vorhabens.
- Keine Preise, Erträge oder Fristen außer den zitierten: Sie hängen von Standort, Ausrüstung und Angeboten ab.
- Die Verträglichkeit von Modulen, Wechselrichter und Speicher prüfen Sie in den Unterlagen der Hersteller.
